Projektauftrag
Problem, Zielmarkt, Mengenbild, Zieltermin, Budgetrahmen und Rollen sind beschrieben.
Priorisierte Anforderungen und offene Annahmen statt einer voreiligen Detailzeichnung.
Ein Spritzgussprojekt wird planbar, wenn jede Investitionsstufe einen klaren Eingang, überprüfbare Ergebnisse und ein bewusstes Freigabegate hat. Termine folgen dem Reifegrad – nicht umgekehrt.
Der Weg vom Bauteilkonzept zur Spritzgussserie führt über Anforderungen, Produkt- und Materialkonzept, DFM, Werkzeugfreigabe, Bemusterung, Pilot und Serienfreigabe. An jedem Gate wird geprüft, ob definierte Ergebnisse vorliegen, Risiken akzeptiert oder bearbeitet sind und die verantwortlichen Stellen den nächsten Kosten- und Bindungsschritt freigeben.
Frühe Prototypen beantworten Form-, Montage- oder Nutzungsfragen, sind aber kein automatischer Nachweis für das spätere Spritzgussteil. Werkzeugteile entstehen aus anderer Geometrie, Materialtype und Prozesshistorie. Deshalb werden offene Annahmen sichtbar geführt und mit dem jeweils geeigneten Muster geschlossen.
Ein Gate ist dabei keine zusätzliche Sitzung, sondern eine nachvollziehbare Entscheidung. Die Projektleitung führt pro Stufe eine kurze Liste aus Eingangsdaten, Ergebnissen, offenen Risiken und Freigebenden. Arbeitspakete dürfen parallel laufen, wenn ihre Abhängigkeiten bekannt sind; kritische Werkzeugdetails sollten jedoch nicht auf einer Geometrie aufbauen, deren Funktion noch ungeklärt ist. Diese Trennung macht auch Terminprognosen ehrlicher: Wartezeit auf Entscheidungen wird sichtbar und nicht fälschlich dem Werkzeugbau zugerechnet.
Der Umfang variiert nach Projekt. Die Gate-Logik bleibt: Eingang vollständig, Entscheidung dokumentiert, Verantwortliche benannt.
Problem, Zielmarkt, Mengenbild, Zieltermin, Budgetrahmen und Rollen sind beschrieben.
Priorisierte Anforderungen und offene Annahmen statt einer voreiligen Detailzeichnung.
Funktion, Baugruppe, Lasten, Umgebung, Montage und Materialanforderung sind verbunden.
Bewertete Konzeptvariante, Schnittstellen und Prototypenplan.
Wandaufbau, Entformung, Trennung, Anschnitt, Werkzeugbewegungen und kritische Merkmale sind geklärt.
Freigegebene Geometrie mit dokumentierten Risiken und Werkzeugannahmen.
Konzept, Kavitäten, Material, Eigentum, Daten, Änderungsweg, Abnahme und Terminplan sind vereinbart.
Verbindlicher Werkzeugauftrag und eingefrorener Produktdatenstand.
Teile, Messbericht, Materialnachweise, Prozessdaten und Abweichungen werden gemeinsam bewertet.
Freigabe, Korrekturschleife oder dokumentierte Abweichgenehmigung.
Stabilität, Takt, Ausschuss, Prüfplan, Verpackung, Kennzeichnung und reale Montage werden erprobt.
Serienfähiger Prozess und geschlossene Hochlaufrisiken.
Bestellung, Abruf, Rückverfolgbarkeit, Reaktion, Wartung und Änderungsmanagement sind aktiv.
Kontrollierter Serienstart mit Leistungsüberwachung.
In der Konzeptphase betrifft eine Änderung vor allem CAD und Bewertung. Nach Werkzeugfreigabe kann dieselbe Funktionsänderung Formeinsätze, Kühlung, Prüfmittel, Dokumente, Materialbestellung und Terminplan berühren. Nach Serienstart kommen Bestand, freigegebene Lieferungen und Kundenänderung hinzu.
Das bedeutet nicht, Änderungen zu verbieten. Es bedeutet, Auswirkung, Kosten, Termin, Restbestand, Validierung und Freigabe vor Umsetzung transparent zu entscheiden.
A steht für finale Verantwortung, R für Ausführung, C für fachliche Mitwirkung. Die konkrete Zuordnung gehört in den Projektauftrag.
| Ergebnis | Auftraggeber | Konstruktion | Projektpartner | Werkzeug/Fertigung |
|---|---|---|---|---|
| Anforderungen | A | R | C | C |
| Bauteilgeometrie | A | R | C | C |
| DFM und Werkzeug | C | C | A | R |
| Bauteilfreigabe | A | C | R | C |
| Serienprozess | C | – | A | R |
Funktionsmasse, Bezüge, Verzug und Messzustand gegen Zeichnung bewerten.
Konkrete Type, Farbe, Charge und erforderliche Dokumente bestätigen.
Montage, Last, Klima, Oberfläche und sichtbare Prozessmerkmale prüfen.
Parameter, Kavitäten, Takt, Prüfung und Reaktion unter realer Fertigung absichern.
Was muss das Bauteil im System leisten und was darf nicht ausfallen?
Aktuelle Revision, Einbauraum, Gegenbauteile und Montagefolge.
Lasten, Temperatur, Medien, Lebensdauer, Optik und regulatorischer Rahmen.
Muster, Pilot, Jahresbedarf, Losgrössen und gewünschte Meilensteine.
Vorgegebene Type, Kandidaten oder funktionales Anforderungsprofil.
Kritische Merkmale, Prüfidee, Nachweise und Rückverfolgbarkeit.
Das hängt von Bauteilreife, Werkzeugkomplexität, Material, Bemusterungsschleifen, Prüfungen und Lieferkette ab. Ein belastbarer Terminplan zeigt Abhängigkeiten und Entscheidungsfristen statt nur ein Enddatum.
Wenn Funktionsanforderungen, freigegebene Geometrie, Materialbasis, Werkzeugkonzept, Eigentums- und Änderungsregeln sowie Abnahmekriterien ausreichend geklärt sind.
Nein. Er kann Geometrie und Montagefragen beantworten, bildet aber Werkzeug, Fliessorientierung, Schwindung, Oberfläche und den tatsächlichen Spritzgussprozess nicht vollständig ab.
Wenn nicht nur das Musterteil, sondern auch Material, Prozess, Prüfplan, Verpackung, Dokumentation und Lieferablauf freigegeben sind und offene Abweichungen kontrolliert behandelt werden. Zusätzlich müssen Kapazität, Verantwortlichkeiten, Werkzeugwartung und Reaktion bei Qualitäts- oder Lieferproblemen für den geplanten Hochlauf praktisch eingerichtet und wirksam getestet sein.